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Caritasverband Hof zieht die Reißleine

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Datum:
Veröffentlicht: 17.11.23
Von:
Christian Nowak

Caritas Sozialstation Hof muss zum Jahresende schließen

Bereits im Mai 2023 haben einige Träger der ambulanten Altenpflege bei der Pflegekonferenz im Hofer Land vor den gravierenden Folgen des immer weiter anwachsenden Pflegenotstandes gewarnt und die möglichen Folgen für die Versorgungslandschaft skizziert. Nun zwingen diverse Gründe den Caritasverband Hof zu einem drastischen Schritt.

Die Gründe für die schmerzliche Entscheidung des Vorstandes und des Aufsichtsrates des Caritasverbandes Stadt und Landkreis Hof e.V. zum Jahresende 2023 nach über 40 Jahren aus der ambulanten Pflege in Hof auszusteigen sind vielfältig. Der enorme Kostendruck durch eine schlechte Refinanzierung der Pflegeleistungen, monatelange Verhandlungen zum Pflegesatz und gleizeitig starke Steigerungen bei den tariflichen Löhnen des AVR der Caritas und allgemeine inflationsbedingte Kostensteigerungen, ist nur ein Punkt. Weiterhin hat sich in den zurückliegenden Jahren die Arbeitsweise in der Pflege stark verändert. Bürokratische Hürden und der Kostendruck führen zu einer immer stärkeren Verdichtung der Arbeitsanforderung an die Mitarbeiter*innen. Folgen sind die verständliche Reduzierung der Arbeitsstunden zu Gunsten einer günstigeren Work Life Ballance, ein höherer allgemeiner Krankenstand oder die Abwanderung in andere Bereiche der Pflege oder gar aus dem System der Pflege heraus. 

Der akute krankheitsbedingte Ausfall etlicher Fach- und Hilfskräfte Anfang November zwang den Caritasverband Stadt und Landkreis Hof e.V. zu einer Meldung seiner eingeschränkten Versorgungsfähigkeit bei der Arge der Pflegekassen. Folge war eine Notversorgung dieser Menschen durch die Umverteilung auf andere Dienste im Hofer Land. Hier möchten wir ausdrücklich herzlichen Dank für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit aussprechen. Allen voran den ambulanten Diensten im Hofer Land, den Pflegekassen, der Leitstelle Pflege und der Arge der Pflegekassen. Von Beginn an war uns eine möglichst zügige und transparente Kommunikation mit den betroffenen Kund*innen und deren Pflegezugehörigen besonders wichtig. Wo dies nicht zur vollen Zufriedenheit gelungen ist, bitten wir um Entschuldigung. Inzwischen ist es uns gelungen, für fast alle unserer Kunden in der Stadt Hof eine gelungene und passgenaue Versorgung durch einen der ambulanten Dienste zu finden. Für die Kunden, bei denen dies noch nicht gelungen ist, stellen wir selbst die Versorgung weiterhin sicher.

Betont sein soll auch, dass diese Situation ausschließlich die ambulante Pflege in der Stadt Hof betrifft. Die stationäre Einrichtung St. Otto und seine Tagespflege Kolpingshöhe, welche unter Trägerschaft der Caritas gGmbH Heinrich und Kunigunde stehen, ist nicht betroffen. Nicht betroffen ist auch die ambulante Pfege im Altlandkreis Münchberg vom Stützpunkt Münchberg aus. Hier ist die Versorgung uneingeschränkt sichergestellt. Hier wird die Versorgung ab dem Jahresbeginn 2024 auch ambulant durch unseren Partner Caritas gGmbH Heinrich und Kunigunde gewährleistet. Wir freuen uns sehr über diese vertrauensvolle Zusammenarbeit im gemeinsamen Leistungsnetzwerk der Caritas.

Durch den gleichzeitigen Ausfall der mittleren Leitungsebene der ambulanten Pflege können wir unsere vertraglichen Pflichten des Versorgungsvertrages mit den Pflegekassen ab dem 01.01.2024 nicht mehr erfüllen. Aus diesem Grund werden wir die Pflegeverträge mit unseren Endkunden fristgerecht kündigen. Hier sind wir dankbar, wie schon berichtet, dass für viele der uns anvertrauten Menschen schon neue Dienste gefunden werden konnten.

Allen Mitarbeiter*innen konnten intern oder durch externe Bemühungen bereits neue Arbeitsverhältnisse angeboten werden.