Ehrenamtlichentreff 2011

Jahrestreffen für ehrenamtliche Mitarbeiter/innen beim Caritasverband Hof
Auf reges Interesse stieß die Einladung des Caritasverbandes für Stadt- und Landkreis Hof für ehrenamtliche Caritasmitarbeiter/innen der Pfarrgemeinden im Dekanat und in sozialen Einrichtungen des Caritasverbandes Hof. Hauptthema des Nachmittags war die Information über das Thema Vorsorgevollmacht und Patienten-verfügung, das durch die demographische Entwicklung und damit die Zunahme alter Menschen in unserer Gesellschaft einerseits und die neue Veröffentlichung einer christlichen Patientenverfügung durch die christlichen Kirchen in Deutschland andererseits, einen aktuellen Bezug hatte. Jede/r Teilnehmer/in erhielt ein schriftliches Exemplar der Broschüre.
Nach der Begrüßung durch den Geschäftsführer, Herrn Walter Pretsch, referierte Frau Regine Wenig, Diplom-Sozialpädagogin (FH) beim Caritasverband Hof und im Bereich Fachstelle für pflegende Angehörige und Betreuungsverein tätig, über Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Sie stellte die Frage, was wird sein, wenn ich auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen bin und wer kümmert sich dann um meine persönlichen Wünsche und Bedürfnisse? Daraus ableitend ergeben sich weitere Fragestellungen: Wer kümmert sich um Geld und erledigt Bankge-schäfte, wer organisiert notwendige Hilfen, wer erledigt Behördengänge, wer versorgt bei Abwesenheit die Wohnung, wer entscheidet im Bedarfsfalle über notwendige oder zu unterlassende medizinische Maßnahmen in bestimmten Lebens- und Sterbenssituationen?
Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen spricht für die rechtzeitige Abfassung einer schriftlichen Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Jedoch sind beim Erstellen Regeln zu beachten. So muß sichergestellt sein, dass die Niederschrift in einem klaren geistigen Zustand erfolgt und es ist sinnvoll, juristischen und medizini-schen Beistand einzuholen. Die Abfassung sollte immer schriftlich erfolgen. Frau Wenig wies besonders darauf hin, den eigenen Willen möglichst differenziert mit eigenen Worten zum Ausdruck zu bringen.
Herr Pfarrer Fiedler, geistlicher Beirat beim Caritasverband Hof, ergänzte und vertiefte diese Ausführungen aus theologischer Sicht. So sollte der Sterbeprozess einerseits nicht verkürzt, andererseits aber auch nicht künstlich verlängert werden.
Wichtig sei, dem betroffenen Menschen ein möglichst menschenwürdiges Leben bis zum Lebensende zu ermöglichen. Dabei spielen auch Traditionen und die Geborgenheit im Kreise der Familie eine wichtige Rolle. Ein entscheidender Aspekt der christlichen Religion ist der Glaube an die Auferstehung, dass der Tod nicht das Ende, sondern der Anfang eines neuen Lebens ist.
Den Ausführungen schloss sich eine rege Diskussion an. Es wurden Hinweise gegeben und praktische Beispiele erzählt, dass das Thema auch schon für junge Menschen wichtig sein kann (Unfall, plötzliche Erkrankung), wie stark Familienange-hörige in Grenzsituationen belastet sind und wie differenziert Situationen bewertet werden können. Wenn wir unser Leben auch nicht für alle Phasen verplanen und absichern können, spricht trotzdem Vieles dafür, rechtzeitig eine schriftliche Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung abzufassen. Dabei können sich Interessierte auch an Frau Wenig wenden, die im Rahmen ihrer Tätigkeit in der Fachstelle für pflegende Angehörige und im Betreuungsverein beim Caritasverband Hof bei der Erstellung behilflich ist.
Walter Pretsch
Geschäftsführer